MPU umgehen: Gibt es legale Möglichkeiten?
Kann man die MPU legal umgehen? Erfahre, welche Möglichkeiten es gibt, welche Risiken bestehen und warum die Vorbereitung der bessere Weg ist.
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Warum viele die MPU umgehen wollen
Die MPU gilt als eine der schwierigsten Prüfungen im deutschen Verkehrsrecht, und die Durchfallquote liegt bei etwa einem Drittel aller Teilnehmer. Hinzu kommen die erheblichen Kosten, die je nach Anlass zwischen 400 und 3.000 Euro betragen können. Viele Betroffene empfinden die MPU als stigmatisierend und suchen nach Wegen, sie zu umgehen. Doch die meisten vermeintlichen Schlupflöcher sind entweder illegal oder mit erheblichen Risiken verbunden.
Die 15-Jahres-Regel: Tilgungsfrist abwarten
Eine legale Möglichkeit besteht darin, die Tilgungsfrist der Eintragung im Fahreignungsregister abzuwarten. Nach zehn Jahren werden die meisten Eintragungen getilgt, zuzüglich einer Überliegefrist von weiteren fünf Jahren. Nach Ablauf dieser insgesamt 15 Jahre kann theoretisch ein neuer Führerschein ohne MPU beantragt werden. Allerdings ist der Verzicht auf die Mobilität über einen so langen Zeitraum für die meisten Betroffenen keine praktikable Lösung.
EU-Führerschein aus dem Ausland
Der Erwerb eines EU-Führerscheins im Ausland wird häufig als Möglichkeit zur Umgehung der MPU beworben. Nach der aktuellen Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs muss ein in einem anderen EU-Land ausgestellter Führerschein grundsätzlich anerkannt werden, wenn der Inhaber seinen ordentlichen Wohnsitz in dem ausstellenden Land hatte. Allerdings prüfen deutsche Behörden sehr genau, ob das Wohnsitzerfordernis tatsächlich erfüllt war, und bei Verstößen drohen strafrechtliche Konsequenzen. Das Fahren mit einem nicht anerkannten ausländischen Führerschein gilt als Fahren ohne Fahrerlaubnis und ist eine Straftat.
Warnung vor illegalen Methoden
Im Internet werden zahlreiche angebliche Tricks und Methoden beworben, mit denen man die MPU umgehen können soll. Viele dieser Angebote sind Betrug und kosten die Betroffenen viel Geld, ohne dass sie einen Führerschein erhalten. Gefälschte Gutachten oder gekaufte MPU-Zertifikate sind strafbar und werden von den Behörden erkannt. Wer mit einem gefälschten Gutachten erwischt wird, muss mit strafrechtlichen Konsequenzen rechnen, die deutlich schwerer wiegen als die ursprüngliche Ordnungswidrigkeit.
Warum die MPU-Vorbereitung der bessere Weg ist
Die ehrliche Auseinandersetzung mit dem eigenen Fehlverhalten und eine gründliche MPU-Vorbereitung sind der sicherste und nachhaltigste Weg zurück zum Führerschein. Mit professioneller Beratung und konsequenter Vorbereitung liegt die Bestehensquote bei über 80 Prozent. Die MPU bietet die Chance, das eigene Verhalten im Straßenverkehr grundlegend zu reflektieren und dauerhaft zu ändern. Investiere die Zeit und das Geld lieber in eine gute Vorbereitung als in dubiose Umgehungsstrategien.