Führerscheinentzug: Gründe und rechtliche Folgen
Warum wird der Führerschein entzogen? Erfahre die häufigsten Gründe für den Führerscheinentzug und welche rechtlichen Konsequenzen dich erwarten.
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Unterschied zwischen Fahrverbot und Führerscheinentzug
Ein Fahrverbot ist eine vorübergehende Maßnahme, bei der du deinen Führerschein für einen bestimmten Zeitraum von ein bis drei Monaten abgeben musst. Der Führerscheinentzug hingegen ist deutlich schwerwiegender: Die Fahrerlaubnis wird komplett entzogen und muss neu beantragt werden. Beim Entzug wird in der Regel eine Sperrfrist von mindestens sechs Monaten verhängt, in der du keinen neuen Antrag stellen kannst. Häufig wird zusätzlich eine MPU angeordnet, bevor die Fahrerlaubnis neu erteilt werden kann.
Häufigste Gründe für den Führerscheinentzug
Der häufigste Grund für den Entzug der Fahrerlaubnis ist Trunkenheit im Straßenverkehr mit einer Blutalkoholkonzentration von 1,1 Promille oder mehr. Auch Fahren unter Drogeneinfluss führt regelmäßig zum Entzug der Fahrerlaubnis. Schwere Verkehrsstraftaten wie Unfallflucht, illegale Straßenrennen oder wiederholte erhebliche Verkehrsverstöße können ebenfalls den Entzug nach sich ziehen. Bei Erreichen von acht Punkten im Fahreignungsregister in Flensburg wird die Fahrerlaubnis automatisch entzogen.
Ablauf des Führerscheinentzugs
Der Entzug der Fahrerlaubnis erfolgt entweder durch ein Strafgericht im Rahmen eines Strafverfahrens oder durch die Fahrerlaubnisbehörde als Verwaltungsmaßnahme. Das Gericht kann den Führerschein bereits vorläufig entziehen, wenn der dringende Verdacht besteht, dass sich der Betroffene als ungeeignet zum Führen von Kraftfahrzeugen erwiesen hat. Nach der rechtskräftigen Entziehung beginnt die Sperrfrist, innerhalb derer keine neue Fahrerlaubnis erteilt werden darf. Der Führerschein als Dokument muss bei der Behörde oder dem Gericht abgegeben werden.
Rechtliche Konsequenzen und Kosten
Neben dem Verlust der Fahrerlaubnis drohen je nach Vergehen Geldstrafen, Freiheitsstrafen oder gemeinnützige Arbeit. Die Kosten für die Wiedererteilung der Fahrerlaubnis sind erheblich und umfassen neben der MPU auch Verwaltungsgebühren, Sehtest und oft neue Führerscheinfotos. Dazu kommen gegebenenfalls Kosten für eine erneute Fahrprüfung, wenn die Sperrfrist länger als zwei Jahre dauert. Eine Straftat im Straßenverkehr kann zudem Auswirkungen auf den Versicherungsschutz und die berufliche Situation haben.
Wege zurück zur Fahrerlaubnis
Nach Ablauf der Sperrfrist kannst du bei der Fahrerlaubnisbehörde einen Antrag auf Neuerteilung der Fahrerlaubnis stellen. In den meisten Fällen wird die Beibringung eines positiven MPU-Gutachtens verlangt, bevor die Fahrerlaubnis neu erteilt wird. Eine frühzeitige Vorbereitung auf die MPU, idealerweise bereits während der Sperrfrist, erhöht deine Chancen auf ein positives Ergebnis deutlich. Nutze die Zeit der Sperrfrist für eine ehrliche Auseinandersetzung mit deinem Fehlverhalten und den zugrunde liegenden Ursachen.