Wie lange dauert die MPU-Vorbereitung?
Die MPU-Vorbereitung dauert je nach Anlass 3 bis 12 Monate. Erfahren Sie, wie viel Zeit Sie für Abstinenz, Therapie und Vorbereitung einplanen sollten.
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Zeitrahmen je nach Untersuchungsanlass
Die Dauer der MPU-Vorbereitung hängt maßgeblich vom Anlass der Begutachtung ab. Bei einer Alkohol-MPU sollten Sie mindestens 6 bis 12 Monate einplanen, da in der Regel ein Abstinenznachweis über diesen Zeitraum erbracht werden muss. Bei einer Drogen-MPU beträgt die Vorbereitungszeit ebenfalls mindestens 6 bis 12 Monate, je nach Substanz und Konsummuster. Eine MPU wegen Punkten erfordert häufig nur 3 bis 6 Monate Vorbereitung, da keine Abstinenznachweise erforderlich sind.
Abstinenzphase als Zeitfaktor
Der größte Zeitfaktor bei Alkohol- und Drogen-MPU ist die Abstinenzphase, die dokumentiert und belegt werden muss. Bei einer erstmaligen Alkoholauffälligkeit wird häufig ein Abstinenznachweis über 6 Monate verlangt, bei Wiederholungstätern oder Verdacht auf Abhängigkeit über 12 Monate. Das Abstinenzprogramm muss bei einer forensisch akkreditierten Stelle durchgeführt werden, damit die Befunde von der Begutachtungsstelle anerkannt werden. Es ist ratsam, das Abstinenzprogramm so früh wie möglich nach dem Führerscheinentzug zu beginnen.
Verkehrstherapie und Beratung
Parallel zur Abstinenzphase sollte eine verkehrspsychologische Beratung oder Therapie begonnen werden. Eine qualifizierte Verkehrstherapie umfasst in der Regel 10 bis 20 Einzelsitzungen über einen Zeitraum von 3 bis 6 Monaten. Der Therapeut hilft Ihnen, die Ursachen Ihres Fehlverhaltens zu verstehen und nachhaltige Verhaltensänderungen zu entwickeln. Es ist wichtig, dass die Therapie nicht erst kurz vor dem MPU-Termin begonnen wird, sondern als begleitender Prozess über die gesamte Vorbereitungszeit läuft.
Optimaler Zeitplan für die Vorbereitung
Ein sinnvoller Zeitplan beginnt unmittelbar nach dem Führerscheinentzug mit der Anmeldung zum Abstinenzprogramm. Zeitgleich sollte die Suche nach einem qualifizierten Verkehrstherapeuten beginnen, idealerweise einem Psychologen mit Schwerpunkt Verkehrspsychologie. Etwa zwei bis drei Monate vor dem geplanten MPU-Termin empfiehlt sich eine Probesitzung oder Simulation bei einer Begutachtungsstelle. Diese sogenannte Vorbegutachtung gibt Ihnen eine realistische Einschätzung Ihrer Erfolgsaussichten und zeigt eventuelle Schwachstellen auf.