Drogen & MPU

Cannabis-MPU: Vorbereitung und Ablauf

Die Cannabis-MPU erfordert den Nachweis einer Verhaltensänderung und in der Regel Drogenabstinenz. Erfahren Sie alles zur Vorbereitung und zum Ablauf.

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Wann wird eine Cannabis-MPU angeordnet?

Eine Cannabis-MPU wird angeordnet, wenn die Fahrerlaubnisbehörde Zweifel an der Fahreignung aufgrund von Cannabiskonsum hat. Seit der Teillegalisierung von Cannabis in Deutschland im Jahr 2024 hat sich die rechtliche Bewertung teilweise verändert, die Grundprinzipien der Fahreignungsbewertung bleiben jedoch bestehen. Eine MPU droht insbesondere bei Fahren unter THC-Einfluss, bei fehlendem Trennungsvermögen zwischen Konsum und Fahren oder bei regelmäßigem Cannabiskonsum. Auch der Besitz größerer Mengen oder Hinweise auf einen missbräuchlichen Konsum können zur MPU-Anordnung führen.

Besonderheiten der Cannabis-MPU

Im Vergleich zur Alkohol-MPU gibt es bei der Cannabis-MPU einige Besonderheiten. Der Gutachter unterscheidet zwischen einmaligem, gelegentlichem und regelmäßigem Konsum – diese Einstufung hat erheblichen Einfluss auf die Anforderungen. Bei gelegentlichem Konsum mit fehlendem Trennungsvermögen kann unter Umständen eine Verhaltensänderung ohne vollständige Abstinenz ausreichen. Bei regelmäßigem oder täglichem Konsum wird jedoch ein Abstinenznachweis über mindestens 12 Monate verlangt. Die Nachweiszeiten von THC im Körper sind deutlich länger als bei Alkohol, was bei der Planung des Abstinenzprogramms berücksichtigt werden muss.

Abstinenznachweis bei Cannabis

Der Abstinenznachweis bei Cannabis erfolgt über Urinscreenings oder Haaranalysen, die THC-COOH (den Hauptmetaboliten von THC) nachweisen. Bei den Urinscreenings wird der Grenzwert in der Regel bei 10 ng/ml THC-COOH angesetzt. THC kann bei regelmäßigem Konsum noch Wochen nach dem letzten Konsum im Urin nachweisbar sein, weshalb die erste Probe des Abstinenzprogramms sorgfältig geplant werden sollte. Haaranalysen können den Konsum über mehrere Monate zurückverfolgen und eignen sich als ergänzender Nachweis.

Vorbereitung auf das psychologische Gespräch

Im psychologischen Gespräch der Cannabis-MPU wird der Gutachter detailliert nach den Konsummotiven, dem Konsummuster und der Entwicklung des Konsums fragen. Sie sollten erklären können, warum Sie Cannabis konsumiert haben, welche Funktion der Konsum in Ihrem Leben hatte und was sich seither verändert hat. Wichtig ist, dass Sie die Risiken des Cannabiskonsums im Straßenverkehr realistisch einschätzen und die Gründe für Ihre Verhaltensänderung nachvollziehbar darlegen. Vermeiden Sie es, den Konsum als harmlos darzustellen oder die Gefahren von THC im Straßenverkehr zu verharmlosen.

Häufige Fehler bei der Cannabis-MPU

Ein typischer Fehler bei der Cannabis-MPU ist die Behauptung, Cannabis sei ungefährlich und die MPU daher ungerechtfertigt. Diese Haltung zeigt dem Gutachter fehlendes Problembewusstsein und führt fast sicher zu einem negativen Ergebnis. Ebenso problematisch ist die Unterschätzung der Nachweiszeiten: Wer zu früh mit dem Abstinenzprogramm beginnt und in der ersten Probe noch positiv ist, hat ein gravierendes Glaubwürdigkeitsproblem. Auch die Angabe, „nur gelegentlich“ konsumiert zu haben, wenn die Aktenlage auf regelmäßigen Konsum hindeutet, wird vom Gutachter als Verharmlosung gewertet.

Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Rechts-, Medizin- oder psychologische Beratung. Für deine persönliche Situation empfehlen wir professionelle Beratung.
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