Alkohol & MPU

Alkohol-MPU: Grundlagen und Voraussetzungen

Die Alkohol-MPU ist die häufigste Form der Begutachtung. Erfahren Sie alle Grundlagen, Voraussetzungen und was bei einer Alkohol-MPU auf Sie zukommt.

Lesezeit: 8 Min. Lesezeit

Warum wird eine Alkohol-MPU angeordnet?

Eine Alkohol-MPU wird immer dann angeordnet, wenn die Fahrerlaubnisbehörde Zweifel an der Fahreignung aufgrund von Alkoholmissbrauch hat. Der häufigste Auslöser ist eine Trunkenheitsfahrt mit einer BAK von 1,6 Promille oder mehr, bei der die MPU zwingend vorgeschrieben ist. Aber auch bei wiederholten Auffälligkeiten unter 1,6 Promille oder bei einer Kombination von Alkohol und Ordnungswidrigkeiten kann eine MPU angeordnet werden. Bei Fahranfängern in der Probezeit gelten noch strengere Maßstäbe.

Was wird bei der Alkohol-MPU geprüft?

Im medizinischen Teil wird geprüft, ob körperliche Anzeichen für einen chronischen Alkoholmissbrauch vorliegen. Dazu werden Leberwerte wie GGT, GOT und GPT sowie CDT (Carbohydrat-defizientes Transferrin) bestimmt. Im psychologischen Gespräch muss der Betroffene zeigen, dass er sein Trinkverhalten verstanden und nachhaltig verändert hat. Der Gutachter bewertet, ob ein erneutes Fahren unter Alkoholeinfluss mit hinreichender Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden kann.

Abstinenz oder kontrolliertes Trinken?

Je nach Schwere der Alkoholproblematik wird entweder Abstinenz oder kontrolliertes Trinken als MPU-Strategie verfolgt. Bei Hinweisen auf eine Alkoholabhängigkeit ist die vollständige Abstinenz zwingend erforderlich und muss durch entsprechende Belege dokumentiert werden. Bei einer einmaligen Auffälligkeit ohne Abhängigkeitszeichen kann auch die Strategie des kontrollierten Trinkens erfolgreich sein. Die Entscheidung zwischen beiden Wegen sollte unbedingt mit einem erfahrenen Verkehrspsychologen besprochen werden.

Voraussetzungen für eine positive Alkohol-MPU

Für ein positives Gutachten müssen Sie nachweisen, dass Sie die Problematik Ihres Trinkverhaltens erkannt und wirksame Gegenmaßnahmen ergriffen haben. Sie sollten die Trinkmotive verstehen, die zu der Auffälligkeit geführt haben, und erklären können, warum es heute nicht mehr zu einer Trunkenheitsfahrt kommen kann. Ein Abstinenznachweis oder der Beleg eines stabilen kontrollierten Trinkverhaltens ist in der Regel erforderlich. Die Veränderung muss authentisch und in den Alltag integriert sein, nicht nur für die MPU inszeniert.

Typische Fehler bei der Alkohol-MPU

Ein häufiger Fehler ist die Verharmlosung des eigenen Trinkverhaltens oder der Umstände der Trunkenheitsfahrt. Aussagen wie „Es war ein einmaliger Ausrutscher“ oder „Ich habe mich noch fahrtüchtig gefühlt“ sind für den Gutachter ein Warnsignal. Ebenso problematisch ist es, keine konkreten Veränderungsstrategien benennen zu können oder die Verantwortung auf äußere Umstände zu schieben. Auch ein zu spät begonnenes Abstinenzprogramm oder lückenhafte Abstinenzbelege führen häufig zum negativen Gutachten.

Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Rechts-, Medizin- oder psychologische Beratung. Für deine persönliche Situation empfehlen wir professionelle Beratung.
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